学校教育実践学研究 Volume 18
published_at 2012-03-20

Die Sensibilisierung der Lehrkraft für das Phäomen des "Bullying" in der Grauzone des Kinderspiels

Dobashi Takara
Marsal Eva
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HiroshimaJSchEduc_18_105.pdf
Abstract
Zusammenfassung: Unbemerkt von den Lehrkräften finden Schülerinnen und Schüler Gelegenheit ihre Schulkameraden unter dem Deckmantel des Spiels zu quälen. Da die Lehrpersonen bisher im Rahmen ihrer Ausbildung nicht dafür sensibilisiert wurden, dass "Bullying" auch in der Grauzone des Kinderspiels anzutreffen ist, interpretieren sie ihre Beobachtungen als Neckerei und harmloses Miteinanderspielen. In diesem Beitrag untersuchen wir mittels einer denkexperimentiellen Umfrage unter den Studierenden, Postgraduierten und Lehrern/innen die Fähigkeiten der Erzieher, relevante mehrdeutige soziale Situationen zu entschlüsseln. Die Ergebnisse zeigen, dass kognitive Differenzen in der Wahrnehmung und der rationalen Urteilskraft vorliegen und zwar gestaffelt nach der Ausbildungs-und Erfahrungsdauer. Überraschenderweise sinkt die Sensibilität gegenüber der Wahrnehmung und der Einschätzung von 'Quälen' mit der zunehmenden Berufserfahrung. Erfahrene Lehrer gehen eher auf Distanz zu den Befindlichkeiten der Kinder. Deshalb werten sie alle Schüleraktivitäten außerhalb des Klassenzimmers als „Spiel", das für sie neben dem Ernst des „Lernens" einen geringen Stellenwert einnimmt. Damit das „Quälen" aber als Pseudo-Spiel entlarvt werden kann, ist es notwendig, die pädagogische Dimension des Kinderspiels für das Schulleben zu erkennen, spieldidaktische Kompetenz zu entwickeln sowie eine fortlaufende Meta-Kommunikation über das im Schulbereich praktizierte „Spiel" zu entfalten.