動詞第2位文の派生について

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StudLangCult_21_225.pdf 760 KB 種類 : fulltext
Title ( jpn )
動詞第2位文の派生について
Title ( eng )
Zur Ableitung der Verb-Zweit-Sätze
Creator
Source Title
広島大学総合科学部紀要. V, 言語文化研究
Bulletin of the Faculty of Integrated Arts and Science, Hiroshima University. V, Studies in Language and Culture
Volume 21
Start Page 225
End Page 246
Abstract
In diesem Aufsatz handelt es sich um die folgenden syntaktischen Probleme:

1. Wie läßt sich ein Verb-Zweit( = V2)-Satz in germanischen Sprachen ableiten?

2. Warum zeigt das Englische kein V2-Phänomen?

In der bisherigen Generativen Syntax wurde der V2-Satz einfach als CP betrachtet: Das finite Verb wird zuerst von V in die I^0 (=Flexion)-Position bewegt. Wenn die Komplementierer-Position unbesetzt ist, wird das finite Verb weiter nach C geschoben:

3. [CP Gestern_1 [C^0 ging_i+I_k ] [IP Peter_j [I' [VP t_j [V' t_1 ins Kino [V^0 t_i ]]] t_k]]

Diese Analyse erweist sich jedoch problematisch: (i) Im Gegensatz zum Englischen gibt es in V2-Sprachen keine eigenständige I^0-Position, die das Verb aufnimmt. (ii) Der V2-Satz ist kategorial vom Nebensatz (=CP) zu unterscheiden. (iii) I nach C-Bewegung ist theoretisch unmotiviert, weil das finite Verb erst dann angehoben wird, wenn sein morphosyntakisches Bedürfnis in der Grundposition nicht erfüllbar ist (das Prinzip von "Greed").

Wenn man eine dynamische Derivation annimmt, in der ein funktionaler Kopf erst dann projiziert wird, wenn er nötig ist, dann kann man das Verhältnis von V2- und Nebensätzen korrekt erfassen. Die Flexionskategorie wird in V2-Sprachen ans Verb V^0 angehängt. Somit ist z.B. ein SOV-Satz im Deutschen eine Projektion der Kategorie von I/V^0 (=4). Diese Struktur ist jedoch nicht wohlgeformt, da die Flexionsüberprüfung zwischen Subjekt und I^0 syntaktisch nicht erfolgt. Über dieser Kategorie muß man daher eine geeignete funktionale Kategorie projizieren, damit die Merkmalüberprüfung der Flexion durchführbar ist. Wenn man einen Komplementierer (=C^0) einsetzt, werden die Flexionsmerkmale auf der unsichtbaren Syntax (=LF) in die C^0-Position angehoben und von dem C^0-Merkmal überprüft wie in (5). Eine andere Möglichkeit liegt darin, daß das finite Verb selber auf der sichtbaren Syntax vorangestellt wird, um eine funktionale Flexionskategorie (=IP) zu projizieren. Anschließend daran wird das Subjekt oder ein Topikelement in die Spezifikatorposition von I^0 bewegt wie in (6):

4. *[I/VP Peter [I/V' gestern ins Kino [I/V^0 [V^0 ging] [ I^0 ] ]]]

5. [C' [C0 daß ] [I/VP Peter [I/V' gestern ins Kino [I/V0 [V0 ging] [ I0 ] ] ] ] ] (CP)

6. [IP Peter_j ] [I^0 ging_i ] [V/IP t_j gestern ins Kino [V/I^0 t_i] ] ] (V2)

Weil das Englische eine eigenständige funktionale Kategorieposition I^0 etabliert hat, hat es diese V2-Bewegung verloren.
NDC
German [ 840 ]
Language
jpn
Resource Type departmental bulletin paper
Publisher
広島大学総合科学部
Date of Issued 1995-12-20
Publish Type Version of Record
Access Rights open access
Source Identifier
[ISSN] 0385-1494
[NCID] AN00077749