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ID 32778
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Zum Problem des Satzbaus im Altgriechischen : Auf Grund der Analyse von συμβαίνειν in Historiae des Historikers Polybios <ARTICLES>
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Takeshima, Toshiyuki
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Other minor languages
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Im allgemeinen wird angenommen, daß der Satzbau des Altgriechischen bei weitem flexibler als der der modernen Sprachen z.B. des Neugriechischen bzw. Deutschen sei. Dies bedeutet willkürliche Verwendung der Wortstellungsvariationen innerhalb desselben Textes. Zum Beispiel sollte man als Strukturformeln der Sätze, die aus dem finiten Hilfsverb, dem Infinitiv und den übrigen Gliedern im Infinitivsatz bestehen, theoretisch folgende vier Typen unterscheiden.

Die Strukturformel (1) [Ca (+) • I (-)]

Nach dem Hilfsverb ("Catenate verb") kommt ein Infinitivsatz. Innerhalb des Infinitivsatzes wird der Infinitiv in die Ende gesetzt.
  
Die Strukturformel (2) [Ca (+) • I (+)]
  
Zunächst sagt man ein Hilfsverb und daran anschließend einen Infinitivsatz aus. In dem Infinitivsatz wird jedoch der Infinitiv zuerst ausgesagt.
  
Die Strukturformel (3) [Ca (-) • I (-)]
  
Im Gegensatz zu (1) und (2) beginnt man mit einem Infinitivsatz und danach kommt ein Hilfsverb. Innerhalb des Infinitivsatzes steht der Infinitiv am Ende wie bei (1).
  
Die Strukturformel (4) [Ca (-) • I (+)]
  
Genauso wie (3) geht der Infinitivsatz dem Hilfsverb voraus. Innerhalb des Infinitivsatzes steht dagegen der Infinitiv vor den anderen Gliedern.
  
Bereits in meinen früheren Studien habe ich bewiesen, daß repräsentative Schriftsteller in der archäischen und klassischen Periode wie Homer, Sophokles, Herodot und Thukydides eine intensive Vorliebe für die erste der vier Satzstrukturformeln gezeigt haben, z.B.
  
βουλοίμην δ' ἄν έyώ γε καί ἄλγια πολλά μοyήσας
  
οἴκαδε τ' έλθέμεναι καί νόστιμον ἦμαρ ίδέσθαι, γ 232-233
  
'Ich freilich zöge es vor nach der Fülle bitterer Leiden
  
Heimzugelangen; erleben möchte ich die Stunde der Rückkehr,'
  
Daraus folgend kann man die Strukturformel (1) [Ca (+) • I (-)] als die grundlegende im Homerischen und klassischen Griechisch betrachten.
  
In dieser Abhandlung versuche ich die obige Behauptung mittels der Analyse eines Textes in der hellenistischen Periode, das ist, die Historiae des Historikers Polybios (201 v. Chr. - um 120 v. Chr.) zu stützen. Besonders ausführlich wird das Hilfsverb, συμβαίνειν 'sich ereignen, sich ergeben' und der davon regierte Infinitivsatz behandelt. Wenn man die Beispiele, die diese zwei Bestandteile enthalten, gemäß den vier oben erwähnten Strukturformeln klassifiziert, stellt es sich sogleich heraus, daß der folgende Typ am häufigsten vorkommt:
  
συνέβαινε τούς περί τόν Μάθω πάντας τούς διά τῶν προειρημένων λόφων εύκαίρως κειμένους τόπους φυλακαῖς διειληφέναι, Polyb. I, 75, 4
  
' ... hatte Mathos alle diese Punkte mit Wachen besetzt,'
  
συνέβη τά ὅλα παραδόξως καί κατά λόγον αύτώ χωρῆσαι. Polyb. III, 14, 5
  
'... ging die Schlacht wider Erwarten zu seinen Gunsten aus.'
  
In diesen Beispielen tritt das Hilfsverb vor dem Infinitivsatz auf, und der Infinitiv nimmt die Endstellung innerhalb des Infinitivsatzes ein.
  
Daraus folgt, daß man die Strukturformel (1) [Ca (+) • I (-)] dennoch normalerweise als Grundformel im Altgriechischen betrachten kann. Aus typologischer Perspektive ist interessant, daß der altgriechische grundlegende Satzbau, der vom Hilfsverb und dem Infinitivsatz gestaltet wird, unerwarteterweise genau mit dem deutschen Rahmenbau übereinstimmt, im Gegensatz zu der gewöhnlichen Ansicht, daß das Altgriechische mehr Varianten der Satzgliederstellung als das Deutsche zulasse.
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ΠΡΟΠΥΛΑΙΑ
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Issue 8
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1
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14
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1996-12-31
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ギリシア語・文学研究会
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