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ID 31600
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title alternative
Selbstmord und Rache des süßen Mädels : Die Wirren der Ständegesellschaft, dargestellt in Schnitzlers Literatur
creator
Takeda, Tomotaka
subject
シュニッツラー(Schnitzler)
名誉(Ehre)
『恋愛三昧』(Liebelei)
『遺志(Das Vermächtnis)』
『家族(Familie)』
『夜明け前の一幕(Spiel im Morgengrauen)』
NDC
German literature
abstract
Christine (in Liebelei) ertränkt sich in der Donau, nicht nur weil sie ihr Geliebter Fritz, ein junger Mann aus gutem Haus, hintergeht, indem er sich um eine Dame aus der vornehmen Welt mit deren Mann duelliert und dabei stirbt, sondern auch, weil man sie ignoriert, von der Trauerfeier ausschließt und sogar davon abhält, sein frisches Grab zu besuchen, wie es die Sitte der damaligen Ständegesellschaft verlangte. Ihre Frage „Was bin denn ich?", die sich sowohl gegen den untreuen Freund als auch gegen die Kaltherzigkeit des stillschweigenden sozialen Einverständnisses richtet, klingt entrüstet. Bei ihrem Selbstmord handelt es sich eher um einen Protest als um eine Verzweiflungstat.

Nicht anders ergeht es Toni (in Das Vermächtnis), die nach dem plötzlichen Tod des Geliebten mit ihrem unehelichen Buben als dessen Mutter in seine Familie aufgenommen wird, aber bald, nachdem das von ihm hinterlassenes Söhnchen gestorben ist, als unreines Mädel aus der Unterschicht weggehen muss und sich in der Donau ertränkt.

Nicht alle „süßen Mädel" sind aber so selbstzerstörerisch. Anna Berglein (in Familie) führt einen Gegenangriff gegen die Diskriminierung durch die bessere Gesellschaft. Sie rächt sich, indem sie den Bourgeois anschreit, der sie, die Geliebte seines Sohnes, als unwürdiges Mädel aus seinem „guten bürgerlichen Haus" hinausweisen will, er solle aus diesem „sittenreinen" Haus lieber zuerst seine eigene Frau hinausjagen. Sie deutet damit eine geheime Liebesbeziehung der Dame an, was nicht nur den Ehemann, sondern auch den Sohn, ihren Freund, so erschüttert, dass sich dieser, verzweifelt über das Zerbrechen der friedlichen Fassade der Familie, in den Hof hinunterstürzt.

Leopoldine (in Spiel im Morgengrauen), die einmal als kleines Blumenmädel mit Leutnant Kasda geschlafen hat, ist durch sein gefühlloses Benehmen tief beleidigt worden. Er hatte ihre gefühlvollen Worte „Laß mich nicht allein, ich hab' dich lieb" einfach überhört und für ihre echte Liebe zehn Gulden bezahlt. Das Vorurteil hindert ihn, einem Mädchen von niedrigem Stand eine selbstlose Liebe zuzutrauen. Nach Jahren findet sich Kasda dann in der peinlichen Lage, sie, jetzt mit seinem reichen Onkel verheiratet und eine tüchtige Geschäftsfrau, um ihre gnädige Hilfe bitten zu müssen, um seine enormen Schulden zurückzuzahlen. Sie besucht ihn in der Kaserne, schläft mit ihm und gibt ihm dann tausend Gulden, ein Elftel der nötigen Summe, indem sie ihn an die fatale damalige Nacht erinnert und sagt, die gebe sie ihm—„für die vergangene Nacht." Was die Ehrenschuld angeht, so muss sich der Leutnant, wenn die Rückzahlungsfrist überschritten ist, erschießen.
journal title
Beiträge zur Germanistik in Hiroshima
issue
Issue 25
start page
33
end page
48
date of issued
2011-07-31
publisher
広島独文学会
ncid
language
jpn
nii type
Journal Article
HU type
Journal Articles
DCMI type
text
format
application/pdf
text version
publisher
rights
Copyright (c) 2011 by Author
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