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Rekonstruktion deutscher Texte durch OLES: ein Textrekonstruktionsprogramm des Typs STORYBOARD
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Seit zwei Jahren entwickle ich an der Universität Hiroshima ein Lernprogramm namens OLES (Online Lesetrainer für europäische Sprachen), welches unter folgender Adresse allgemein zugänglich ist: http://lang.hiroshima-u.ac.jp/oles/. OLES ist eine vernetzte Version eines Textrekonstruktionsprogramms des Typs STORYBOARD, mit dem man durch Striche ersetzte (oder: gelöschte) Wörter eines Textes Wort für Wort wie ein Ratespiel zu erschließen soll. Beim Lernen mit OLES hat man am Anfang keine Anhaltspunkte außer dem Titel und die Anzahl der Buchstaben der einzelnen Wörter im Text. Daher ist es zufallsabhängig, ob man die Wörter richtig oder falsch rät. Aber je mehr Wörter man richtig rät, desto leichter wird es, ein weiteres Wort zu erraten, da man die bereits erschlossenen Wörter als Anhaltspunkte nutzen kann. In dieser Phase geht es nicht mehr um Zufall, sondern um die Fähigkeit, aus dem grammatischen und semantischen Kontext passende Wörter zu erschließen. Das ist das Ziel beim Lernen mit diesem Programm.

In dieser Abhandlung werden die während des Lernens mit OLES in einer Logdatei automatisch protokollierten Textrekonstruktionsprozesse von 36 Deutschlernenden anhand folgender Fragen analysiert:
1. Was für Strategien verwenden Deutschlernende während der Textrekonstruktion durch OLES?
2. Gibt es spezifische Wörter, die früher bzw. später rekonstruiert werden als andere? Wenn ja, was ist charakteristisch dafür?
3. Gibt es spezifische Wörter, deren Rekonstruktionsart höher bzw. niedriger ist als die von anderen? Wenn ja, was ist charakteristisch dafür?
4. Welche Wörter bzw. Wortgruppen neigen dazu, aufeinander folgend rekonstruiert zu werden?
5. Welche Fehlertypen findet man bei der Textrekonstruktion durch OLES?

Aus der Analyse hat sich ergeben, dass die meisten Lernenden den Text vom Anfang bis zum Ende Wort für Wort wiederherzustellen versuchen, während ein Sechstel eine andere Strategie verwendet. Letztere tippen ungeachtet der Reihenfolge im Text zunächst die Wörter ein, die ihnen jeweils zuerst eingefallen sind. Die Erfolgsquote bei der gesamten Textrekonstruktion hängt allerdings nicht von der gewählten Strategie, sondern davon ab, ob sie nach den jeweiligen ersten Wörtern, die damit eine Kollokation bildenden Wörter als die nächsten erschließen können.

Lernende mit guten Erfolgsquoten zeigen eine Tendenz, zunächst ein Verb einzugeben und daraufhin ein damit eine Kollokation bildendes Nomen zu erschließen, während schwächere Lernende eher zuerst ein Nomen eingeben und dann ein damit eine Kollokation bildendes Verb suchen. Bei der Rekonstruierung der Präpositionalphrasen werden allerdings in den meisten Fällen zuerst Nomen rekonstruiert und erst dann die jeweils nötigen Präpositionen. Knapp 60% der Lernenden können ihre Fehler selbst korrigieren, wenn sie die Rückmeldung erhalten, dass das eingetippte Wort Rechtsschreibfehler aufweist. Dagegen sind Wörter, die orthographisch problematische Silben enthalten, nur sehr schwer zu korrigieren. Auch einige Partikeln und Adverbien, die keine direkte Verbindung mit der Proposition des jeweiligen Satzes haben, scheinen nur schwer rekonstruierbar.
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Beiträge zur Deutschen Literatur, Sprache und Kultur
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Issue 49
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5
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21
date of issued
2016-10-25
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日本独文学会中国四国支部
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0918-2810
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jpn
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Journal Article
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Journal Articles
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