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ID 36687
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Flucht ans Meer : Über die Filme Bandits und Knock’in on Heaven’s Door
creator
Kimoto, Shin
NDC
German literature
abstract
Die oben genannten Filme haben im Jahre 1997 in Deutschland großes Aufsehen erregt. Der Erfolg liegt wohl zum Teil darin, dass sie so viel an Entertainment bieten konnten wie Hollywoodfilme von heute. Die Stücke mit den englischen Titeln, die stark mit amerikanischer Pop-Music ausgeschmückt waren, hat man daher halb ironisch auch “German Road Movie” genannt. In diesen Filmwerken lässt sich jedoch unbeirrbar ein authentisches Motiv erkennen, welches immer nur das eine verkündet: “Flucht ans Meer”. Es durchzieht von Anfang bis Ende die Handlungsabläufe der beiden Stücke. In der Naturbeschreibung des Meers spiegeln sich wohl die kritischen Verhältnisse der Gesellschaft, aus der die Hauptfiguren der beiden Filme entfliehen wollen.  

Vier Gefangene, die Heldinnen von Bandits, gründen in der Kerkerkapelle eine Rockband namens “Bandits” und brechen eines Nachts erfolgreich aus dem Frauengefängnis aus. Sie wollen nach Hamburg, von wo aus ein Schiff nach dem südamerikanischen Guyana auslaufen wird, das für die Entfliehenden das Land der Verheißung darstellt. Die Reise nach Norden wird aber immer schwieriger, weil sich die CD von “Bandits” explosionsartig verkauft: Jeder kennt sie. Endlich in Hamburg angekommen, hält die Band zum Schluss noch ein atemberaubendes Livekonzert unter freiem Himmel ab. Doch als sie danach endlich mit allen Kräften das Schiff erreichen, werden sie auf dessen Fallreep von bewaffneten Polizisten erwartet.  

Martin und Rudi in Knock’in on Heaven’s Door leiden an Krebs im Endstadium. Sie lernen sich in einem Krankenzimmer kennen und stellen fest, daß ihnen der Tod bevorsteht. Die beiden wollen aber vor dem Lebensende wenigstens einmal einen großen Sonnenuntergang am Meer erleben und brechen deshalb mit einem gestohlenen Auto in Richtung Nordsee auf. Was sie nicht wissen: Der Wagen gehört einem Großgangster, der im Kofferraum viel Geld versteckt hat. Jetzt haben Martin und Rudi sowohl die Polizei als auch zwei Auftragsmörder auf den Fersen. Nach aktionsreichen Verfolgungsjagden kommen sie endlich an die Nordsee und nehmen dort beim Anblick des ersehnten Sonnenuntergangs Abschied von ihrem Leben.

Die Szenen im Krankenhaus sowie in der Frauenstrafanstalt sagen viel über den Verwaltungsapparat der Moderne aus, unter welchem die menschliche Freiheit regelrecht erdrückt wird. Im Gegensatz dazu stellt das Meer als Ziel der Reisenden eine Traumwelt dar, in der die wahren Verhältnisse von Mensch und Natur zum Ausdruck kommen. Die Helden der Filme erfahren jedoch nur auf Kosten ihres Lebens für kurze Augenblicke die Freiheit des Meers. Das besagt, wie stark der Wunsch eines jeden Menschen nach Befreiung aus der aussichtslosen Situation der modernen Gesellschaft ist, ein Wunsch, welcher leider nur selten erfüllt werden kann.
description
本論は日本独文学会春季研究発表会(武蔵大学,2003年6月1日)でポスター発表した内容にもとづき,日本独文学会中国四国支部研究発表会(高知市文化プラザ「カルポート」,2003年11月8日)で口頭発表した原稿に加筆したものである。
journal title
Beiträge zur Deutschen Literatur, Sprache und Kultur
issue
Issue 37
start page
14
end page
23
date of issued
2004-10
publisher
日本独文学会中国四国支部
issn
0918-2810
ncid
language
jpn
nii type
Journal Article
HU type
Journal Articles
DCMI type
text
format
application/pdf
text version
author
rights
(c) 日本独文学会中国四国支部
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